Das Presbyterium (CZ/Bonneberg) Mit einem feierlichen Gottesdienst am ersten Sonntag im März wurden die drei neuen Presbyter in ihr Kirchenamt in ihrer Gemeinde eingeführt. Der Posaunenchor spielte von der Empore einen mehrstimmigen Choral von Philipp Telemann in einem fröhlichen Tempo, während die „neuen“, sowie die „alten“ Presbyter mit Pfarrer Reuter in die Kirche einzogen.

Text und Melodie Martin Streich-  da kann man nur staunenMit dem Wochenspruch der kommenden Woche, der auch der Predigttext sein würde, begrüßte der Pfarrer die Gemeinde: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und es stirbt, bleibt es allein, wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.“

Pfarrer Reuter bedankte sich bei den ausscheidenden Presbytern für ihren Dienst und die Verantwortung, in mehr als zusammen 38 Jahren, die sie sich der Gemeinde und den Mitarbeitenden gegenüber ehrenamtlich engagierten. Eine Aufgabe, die sie mit viel Kreativität, pragmatischen Handeln und viel Liebe übernommen hatten. Besonders auch Martin und Bärbel Streich bedankten sich mit einem selbstkomponierten Lied auf musikalische Weise mit den Worten des Refrains: „ Da kann man nur staunen über Gott- über die Wunder, die er tut. Einfach nur staunen“. Martin Streich formulierte seinen Dank an jeden einzelnen: „Ich bin richtig gerne mit euch im Presbyterium gewesen, ihr habt euch sehr engagiert.

Über 20 Jahre hast du Magdalene Brockmeier die Finanzen der Kirchengemeinde verwaltet und viele gute Ideen mit eingebracht. Der Altarschmuck, der jede Woche von dir arrangiert wurde, die persönlichen Spendendanksagungen, um nur einige wenige Aufgaben zu nennen. Anja Bollmann, wir haben viel gelacht, du hast in den 14 Jahren die KonfirmandBlumen und ein ganz individuelles Geschenk für jedenenarbeit auf geniale Weise organisiert und gestaltet und Christian Franke, du alter Kurzzeitpresbyter, du hast in den vier Jahren viele geistliche Impulse gesetzt und alle Angelegenheiten im Kindergraten immer treu geregelt. Noch einmal herzlichen Dank für eure gespendete Zeit, für eure Ideen, Einsatz und eure Gebete. Danke, dass ihr mit uns Glauben geteilt habt. Ihr habt dem Bonneberg gut getan.“

Im Anschluss wurden Blumen mit einem individuellem Geschenk überreicht und ganz spontan bedankten sich die Drei mit einer kleinen Rede, in der sie sehr persönlich und ehrlich über ihren Glauben, ihre Erfahrungen in der Gemeinde und den Menschen die auch Vorbilder waren, sprachen.Die Alten und die Neuen

Seine Predigt begann Pastor Reuter mit dem Gebet, dass wir die Gemeinde, die befreiende Wirkung von Gottes Wort an Leib und Seele erfahren mögen. Der Vers aus Johannes 12, der von dem Weizenkorn spricht, ist ein gewichtiger Satz, den Jesus sagt. Ob wir es gewohnt sind jeden Sonntag in die Kirche zugehen, oder der besondere Anlass heute den Ausschlag gab, ob du seit letztem Jahr Katechumene bist oder bald konfirmiert wirst, ob du dabei bist erste vorsichtige Schritte im Vertrauen auf Jesus zu gehen, oder ob du schon viele Erfahrungen gesammelt hast. Jesus richtet seine Worte an uns alle, die wir hier gemeinsam sitzen. Seine Worte gehen uns alle an, die das Bedürfnis haben Jesus zu sehen, die neugierig sind auf ihn. Alle die wissen wollen, was es mit dem Mann aus Nazareth auf sich hat. Es sind ernste Worte die er hier spricht, er wählt ein Beispiel aus der Landwirtschaft. Das kennen die Leute, dass ist ihnen vertraut. Jeden Sonntag KirchkaffeeEin Weizenkorn muss im Frühling in die Erde, wenn es nicht stirbt und sich auflöst, dann bleibt es ein einzelnes Korn. Es rettet zwar seine Form, es bleibt schön, aber es entsteht keine neue Pflanze mit vielen Ähren, aus denen man Mehl für Brot machen kann.

Soweit so klar, da können auch wir zustimmend nicken. Aber es geht um mehr, als nur um Mehl und Brot. In diesem anschaulichen Bild spricht Jesus von sich selbst: „Wenn ich nicht in die Erde falle und sterbe, dann bleibe ich für mich allein. Wenn ich jetzt abhaue, reißausnehme, mich in Sicherheit bringe, damit sie mich nicht an dieses schreckliche Kreuz nageln, dann rette ich nur meine Haut. Es entsteht nichts Neues, dann trägt mein Leben keine Frucht. Wenn ich reißausnehme, dann bleibt der tiefe Abgrund zwischen Gott und den Menschen. Ich will, dass Gottes Wille geschieht. Wenn ich reißausnehme, meinen die Menschen, sie allein wären in der Lage, vor Gott bestehen zu können, ihm treu zu bleiben, an seiner Seite zu bleiben.“

Doch Jesus hält uns die Treue, er erwählt uns, er gibt uns die Kraft an ihn zu glauben. Er ist bereit für uns in den Tod zu gehen. Er liebt uns Menschen so sehr, dass er in die Welt gekommen ist, um uns zu retten, um uns zu vergeben.                                                                                                                         Wenn Jesus vom Weizenkorn spricht, dann meint er auch uns, die wir an ihn glauben. Wenn wir in die Erde fallen und unser Eine Urkunde zur Erinenrungbisheriges Leben loslassen, dann bringen wir Frucht. Nicht, dass wir es selber könnte, nein Jesus befähigt uns dazu.

Vielleicht habt ihr den einen oder anderen Satz schon gehört: „ Du musst ganz schön verrückt sein, dich als Presbyter wählen zu lassen, dich im Besuchsdienst zu engagieren, dich freiwillig mit den Jugendlichen im Konfi-Unterricht herumzuschlagen, zu wildfremden Flüchtlingsfamilien gehen und ihnen Möbel vorbeizubringen. Hast du nicht genug mit deinem Beruf zu tun, hast du keine Familie, was könntest du für schöne Sachen unternehmen, anstatt trauernde und kranke Menschen zu besuchen? Es ist toll, dass ihr das in Kauf nehmt, es ist ein Geschenk, dass es auf dem Bonneberg so viele Mitarbeitende gibt, die auf alle mögliche Weise mit ihren Gaben und Fähigkeiten, Zeugnis für Jesus abgeben. Dafür ist Jesus gestorben und auferstanden, dass wir nicht einsam und allein bleiben, dass wir nicht nur für uns selbst da sind, uns selbst abstrampeln, sondern, dass wir wieder zueinander finden, indem wir uns von Jesus dienen lassen. Mit diesen Worten endete die Predigt von Winfried Reuter und nach dem gemeinsamen Lied wurden die neuen Presbyter eingesegnet und einem jeden ein ganz persönlicher Vers zugesprochen. Mit einer Urkunde im Holzrahmen und einem Rosensträußchen wurden die ersten Gratulationen ausgesprochen. Auch die neuen Presbyter nutzten die Gelegenheit, mit einem spontanen und persönlichen Wort, sich bei der versammelten Gemeinde zu bedanken und diese zu bitten, für die neuen Aufgaben und Herausforderungen zu beten und zu unterstützen , damit ihr Tun gelingen könne. In den kommenden vier Jahren wollen sie die Geschicke der Gemeinde lenken und sich in den Dienst der Gemeinde, der Gemeinschaft der Mitarbeitenden stellen und gerne bereit sein, sich dort einzusetzen, wo Gott sie gebrauchen möchte. Dazu wünschen wir ihnen Gottes reichen Segen und immer die rechte Liebe zu den Menschen.

Beim anschließenden Kirchkaffee, der jeden Sonntag nach dem Gottesdienst stattfindet, folgten weiteren Glück- und Segenswünsche.