(HiHö/St. Stephan) Man sieht nur mit dem Herzen gut - frei nach dem Text aus herzdem "Kleinen Prinzen" von Antoine de Saint Exupery ist diese Feststellung auch heute noch wahr und richtig.

Wo wären wir, wenn oft vor Entscheidungen jeder Art, nicht das Herz mitsprechen dürfte? Es gibt nämlich häufig einen Spielraum, den man zugunsten einer weisen einvernehmlichen Lösung nutzen kann und soll. Natürlich gibt es Grenzen, Vorschriften und Gesetze, die eingehalten werden müssen.

Aber, ob jedoch eine Entscheidung nur rational und strikt nach den Vorschriften des Gesetzes getroffen wird, oder ob man versucht, vermittelnd Brücken zu bauen, Verständnis für die Sache bei den Kontrahenten zu wecken, ist wichtig um einer gemeinsamen guten Lösung Willen. Da dürfen persönliche Eitelkeiten und Rechthaberei keinen Einfluss haben; denn solches Handeln widerspricht dem Wort Jesu, der uns geboten hat: Seid eines Sinnes.

Wir alle warten in unserer St. Stephans Kirchengemeinde schon viel zu lange auf die Neubesetzung der vakanten Stellen eines Pfarrers/-in sowie der Kantoreileitung. Als größte Kirchengemeinde in der Stadt empfinden wir diese Vakanzen als sehr schmerzlich.

Besonders in der Kirchenmusik hat die Kantorei an St. Stephan seit Jahrzehnten unter den hervorragenden Leitungen von Herrn Kantor i. R. W. Bahn und Kantorin Frau Park Oelert für einen Laienchor Großartiges geleistet. Es ist sehr bedauerlich, dass nun die Vakanz der Kantoreileitung schon so lange Zeit in Anspruch nimmt. Jetzt gilt es, schnellstmöglich aufeinander zuzugehen, seine persönliche festgelegte Meinung zugunsten einer fairen Lösung zu überdenken. Bitten wir Gott um ein "sehendes Herz", das uns die Weisheit einer guten Entscheidung finden und treffen lässt.

Nicht zuletzt erfordert auch die Flüchtlingsbetreuung in unserer Stadt ein "sehendes Herz", das Menschlichkeit, Nächstenliebe und Offenheit den Notleidenden gegenüber zeigt. Es gibt schon zahlreiche Beispiele dafür, dass sich Bürger unserer Stadt und Kirchengemeinde engagieren. Wenn wir unser Herz fragen, ob wir da schon genug nach unseren jeweiligen Möglichkeiten getan haben, wird es uns evtl. noch Wege aufzeigen, wo man sich vermehrt einbringen könnte. Im EG stehen die Texte der Lied Nr. 669: Herr, gib mir Mut zum Brücken bauen ... und im Lied Nr. 674: Damit aus Fremden Freunde werden ..., wunderbar Worte, die das ausdrücken, was wir im Gebet vor Gott bringen können; denn mit dem Herzen der Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit sieht man besser.

(Hiltrud Höltkemeier)