Die dicken Mauern der St. Stephanskirche blieben in der wechselvollen

Geschichte von der einstigen Klosterkirche des Zisterzienser-Nonnenklosters Segenstal,

erbaut 1325, über die Zeit der Reformationund der Gründung der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde 1560 bis heute bewahrt.

 

Kirche

 

 

Kirchturm 12072016Geschützt umgeben von Amtshausberg (141 m) und Ebenöde

(247 m) im Norden und Winterberg und Ruschberg (295 m) im Südosten lagen die ersten Ansiedlungen Vlothos östlich begrenzt durch die Weser im Mündungsgebiet des Forellenbaches, der ursprünglich „Vlote" hieß. Von dem altsächsischen Namen „Vlote", dies entspricht dem hochdeutschen Wort „Fluß", wurde der Ortsname Vlotowe und schließlich Vlotho abgeleitet. Erstmals schriftlich bezeugt wird dieser Name in drei Urkunden um 1200: In einer Pergamenturkunde bestätigt Bischof Anno von Minden (1173-1185) dem neu gegründeten Zisterzienserkloster Loccum, es habe sieben Hufen Land von „Godefridus de vlotowe" geschenkt bekommen.

1 Sodann wird in einem Inventarverzeichnis des Kölner Erzbischofs Philipp von Heinsberg (1167 - 1191) ein „Castrum Vlotowe" (Burg Vlotho) als abgabenfreier, vererbbarer Familienbesitz bezeichnet. Beide Urkunden sind leider undatiert.2 Eine besondere Kostbarkeit ist die Papsturkunde aus dem Jahre 1187, in der Papst Gregor VIII. den Abt und die Mönche des Zisterzienserklosters Loccum unter seinen Schutz stellt und den Besitz aller Güter des Klosters, unter anderem auch die Schenkung von „Godefridus de vlotowe", bestätigt.3

Am 16. März 1258 schenkte Graf Heinrich von Oldenburg die auf einer kleinen Insel in der Forellenbachmündung gelegene Wasserburg „Scure" dem Zisterzienserorden der Diözese Minden. Die Wasserburg erhielt den Namen Vallis benedictionis, zu deutsch Segenstal.

In der Gründungsurkunde heißt es:

„Ich, Heinrich, Graf von Oldenburg, und Gräfin Elisabeth wünschen Heil und Segen allen Lesern dieses Schreibens. Da das, was geschieht, leicht dem Gedächtnis der Menschen entschwindet, wenn es nicht schriftlich festgelegt ist, so haben wir das, was wir getan haben, für wichtig genug gehalten, in dieser Urkunde aufzuzeichnen. Es sei daher allen bekannt gegeben, dass wir auf Grund göttlicher Eingebung nach gemeinsamer Beratung einen gewissen Ort, genannt die „Alte Burg" in Vlotho, welcher der Name „Segenstal" gegeben wurde, der Äbtissin Heilwig und ihren Mitschwestern vom Cisterzienser-Orden der Diözese Minden im Namen unseres Herrn Jesus Christus, des Gekreuzigten, zu Ehren der glückseligen Jungfrau Maria und ihrer ruhmreichen Mutter Anna aus freien Stücken als Besitz übertragen haben, so dass die genannten Nonnen und ihre Nachfolgerinnen dort dem Herrn dienen."4Weil die ehemalige Wasserburg „Scure" für ein Nonnenkloster ungeeignet war, übersiedelten die Nonnen wenige Jahre später nach Rehme. Wegen häufiger Überschwemmungen kehrten sie unter Eingliederung der Pfarrkirche von Valdorf 1288 nach Vlotho zurück und verlegten das Kloster auf den heutigen Ort der St. Stephans-Kirche. Von dem ehemaligen Kreuzgang des Klosters zeugen noch jetzt die Sakristei und an ihrer Außenseite drei Torbogen.

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