Chorkonzert mit der Kantorei der Marienkirche Herford um 18:00 Uhr

Kantorin Liga Auguste hat mit den Sängerinnen und Sängern der Vlothoer Kantorei seit Anfang des Jahres geübt, am Sonntag präsentieren sie gemeinsam mit einem Chor aus Herford das Jahreskonzert in St. Stephan.
Kantorin Liga Auguste hat mit den Sängerinnen und Sängern der Vlothoer Kantorei seit Anfang des Jahres geübt, am Sonntag präsentieren sie gemeinsam mit einem Chor aus Herford das Jahreskonzert in St. Stephan.
Kantorin Liga Auguste hat mit den Sängerinnen und Sängern der Vlothoer Kantorei seit Anfang des Jahres geübt, am Sonntag präsentieren sie gemeinsam mit einem Chor aus Herford das Jahreskonzert in St. Stephan.
LA/CD/Vlotho. Seit Anfang des Jahres üben die über 40 Sängerinnen und Sänger der Kantorei Vlotho an den extrem anspruchsvollen Stücken. Am kommenden Sonntag um 18:00 Uhr singen sie zusammen mit der Kantorei St. Marien aus Herford und einem 30-köpfigen Orchester ein Requiem und eine Kantate in der Kirche St. Stephan in der Vlothoer Innenstadt.

Insgesamt stehen am Sonntag über 100 Mitwirkende in der Kirche St. Stephan. Die Idee, gemeinsam ein Konzert zu gestalten, hatten Harald Sieger, ehemals Kantor an der Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen, jetzt Landeskirchenmusikdirektor von Westfalen und Kantorin Liga Auguste aus Vlotho. „Es ist einfach total schade, wenn wir extrem viel Energie in die monatelangen Proben stecken und dann nach einem Abend alles vorbei ist“, erklärt Liga Auguste. Deshalb haben beide Chöre für sich geübt und in mehreren gemeinsamen Proben die Werke zusammen einstudiert und sich abgestimmt.

Nach einer Generalprobe am vergangenen Wochenende fand bereits die erste Aufführung in der Herforder Marienkirche statt, am Sonntag singen beide Kantoreien zusammen in der Vlothoer Kirche. In diesem Jahr verschiebt sich daher der gewohnte Termin des Jahreskonzerts vom Advent in den Herbst.

Gemeinsam mit dem Orchester „Opus 7“ werden das „Requiem“ von Gabriel Fauré sowie die Kantate von J. S. Bach „Ich hatte viel Bekümmernis“ aufgeführt. „Auch wenn das Requiem natürlich ursprünglich eine Totenmesse darstellt, steckt in den Texten so viel Hoffnung, dass jeder sie einmal gehört haben sollte“, schwärmt die Vlothoer Kantorin. Die Stücke könnten überraschen, verspricht sie. Fauré’s „Requiem“, der Komponist bezeichnet dieses Werk selber als „Wiegenlied für den Tod“, sollte ursprünglich keine weitere klassische Totenmesse sein. Das „Neue“ ist in diesem Fall die helle, für diese Gattung untypische Tonsprache und innige Atmosphäre. Dieses Requiem gehört zu dem meistgesungenen und meistaufgeführten geistlichen Werken weltweit.

Johann Sebastian Bachs Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“ ist ein umfangreiches Werk in zwei Teilen, das liturgisch gesehen im kompletten Kirchenjahr verwendet werden kann, auch wenn vermutet wird, dass die Urform dieser Kantate eine Trauermusik gewesen sein könnte.

Beide Werke, trotz der Zugehörigkeit in verschiedene Musikepochen, weisen atmosphärische und inhaltliche Parallelen auf. Fauré findet diesen Ausdruck in der Tonsprache in der Verbindung mit den katholisch-typischen lateinischen Texten, Bach – „Prediger in Tönen“, nutzt die Form der Kantate, verbindet Bibeltexte, freie Dichtungen und Choralmelodien, ein gutes Beispiel protestantischer Kirchenmusik.

„Auch wenn das für viele Menschen total alt klingt, sind beide Werke aktueller, denn je“, verspricht Auguste. So seien Tod und Sterben zu Tabu-Themen in der heutigen Gesellschaft geworden, die aber zum Leben dazugehörten und deshalb nicht verdrängt werden dürften, so die Kantorin weiter.

Das Jahreskonzert der Kantorei Vlotho am Sonntag, den 03. November beginnt um 18:00 Uhr in der Kirche St. Stephan, Vlotho. Der Eintritt kostet 18€, die Karten für die Aufführung in Vlotho sind im Vorverkauf im Gemeindebüro St. Stephan und in den Buchhandlungen „Am Roseneck“ und „Regenwurm“, sowie an der Abendkasse ab 17:15 Uhr erhältlich.